Erstes Kapitel
Es ist nun schon über vierzig Jahre her, denn es war gleich nach dem großen Kriege, in dem die Franzosen aus Deutschland gejagt wurden, da sah's um die berühmte Handels- und Fabrikstadt bei weitem anders aus, als heutzutage. Von all den Straßen, die gegenwärtig vor ihren Mauern schier eine größere, reichere und lebhaftere Stadt bilden, als die alte drinnen jemals gewesen, war damals wenig die Rede. Vor einigen Thoren gab es zwar schon die sogenannten Vorstädte, meistens aber fand man diesseits der Mauern, Wälle und Gräben nichts als Wiesen und Felder oder höchstens Gemüse und Obstgärten in armseligen, keinen Neugierigen zurückhaltenden Zäunen; und wenn man ja hie und da auf ein Gebäude stieß, so war's eine Scheune, ein Schuppen oder ein Gartenhäuschen, in welchem die Arbeitsgeräte der Besitzer aufbewahrt wurden. Vor dem Heiligengeist-Thore war es nicht anders; gleich hinter der alten wackeligen Zugbrücke über den auf dieser Seite sehr breiten und tiefen Graben fingen die Felder und Wiesen an, selbst der Gärten gab es wenige, und die Lerchen sangen ungestört und fröhlich über dem einsamen Gelände. Ging man ein paar hundert Schritte auf der Landstraße fort, so stieß man auf einen Weg, der zu schmal fast für Fuhrwerke und zu breit für Fußgänger, sich rechts abzweigte und zwischen den Feldern, Wiesen und Gärten weiterführte. Man sah's ihm an, daß er nicht häufig betreten wurde; die