Erstes Kapitel. Der erste Reisetag.
Es schien, als sollten wir Südwestwind bekommen. – Die hohe Küste von Frankreich, welche wir den ganzen Nachmittag über am Horizont hatten schimmern sehen, verblich schnell, denn die Abendschatten legten sich schon auf das Wasser; – in einer Stunde mußte die Sonne hinter Süd-Foreland verschwunden sein. – Der Nordwind, welcher die Backen unseres Schiffes mit Schaum bespritzt hatte, als wir den Fluß hinabfuhren, begann allmählich zu schwinden; – der Luftzug war kaum noch stark genug, die obersten Segel zu füllen. – Die ganze weite Wasserstrecke, von Nord-Foreland bis zur fernen französischen Küste, lag in tiefem Frieden. Die Wasser des Kanals schienen zu schlafen. Auf der Steuerbordseite zeigte sich landeinwärts unsern Blicken eine Häusergruppe der Stadt Deal; dahinter, nicht fern davon, auf einem Hügel eine Windmühle, deren Flügel sich müde drehten. Im Vordergrunde lag die Bucht; an ihren Ufern zog sich ein Schaumstreifen entlang; hinter diesem, hoch hinauf auf den weißen Strand gezogen, lagen Boote. Die Abendsonne, welche langsam hinter dem mächtigen Felsenvorsprung von Süd-Foreland versank, erleuchtete mit ihren letzten Strahlen die graue Klippe bis hinab zum Wasser. Ihr rötlicher Schein färbte die weißen Dünen von Sandwich und die umliegende Ebene, und ließ das weiter entfernt liegende Land scharf gegen den blauen Himmel hervortreten. In den Downs, auf welche wir zusteuerten,