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Der Pfarrer und der Fleischer

Etwa eine französische Meile von der Stadt Toulouse entfernt, liegt ein Dorf namens Croix-Daurade. In der Militärgeschichte Englands ist dieser Ort mit einem berühmten Angriff der achtzehnten Husaren verbunden, der zwei getrennte Kolonnen der britischen Armee am Tag vor der Schlacht von Toulouse durch den Herzog von Wellington vereinte. In der Kriminalgeschichte Frankreichs ist das Dorf als Schauplatz eines kühnen Verbrechens in Erinnerung geblieben, das unter so bemerkenswerten Umständen aufgedeckt und bestraft wurde, dass es sich lohnt, es in Form einer einfachen Erzählung festzuhalten. I. Die Pfarre von Croix-Daurade, einem Dörfchen in dem Distrikte von Toulouse, besorgte zu Anfang des achtzehnten Jahrhunderts (1700) Pater Cölestin Chambard, ein Priester, der alle Eigenschaften besaß, um seine Heerde auf den Weg des Heils zu leiten, und dessen Name in jenen Tagen mit großer Achtung genannt wurde. Geliebt, ja verehrt in seiner Pfarre, wo er der Vermittler aller Familienzwistigkeiten, der Rathgeber in allen schwierigen Angelegenheiten und der Gast bei allen festlichen Mahlzeiten war, besaß er nur Einen Fehler, den ein guter Seelsorger zunächst entbehren könnte, nämlich eine unbesiegbare Gemüthsschwäche, welche ihn sehr zur Furcht geneigt machte. Dieses Gebrechen ausgenommen, das, wie er sagte, von einer Krankheit der Kinderjahre herrührte, hätte ihm sonst auch von seinen

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