Das Verbum der El-Amarna-Briefe
Referenten: Professor Dr. Friedrich Delitzsch Professor Dr. Eduard Sachau Die Schreiber der El-Amama-Briefe beherrschten das babylo-nische Schriftsystem nicht so vollkommen, dass sie imstande gewesen wären, einen babylonischen Brief zu schreiben, in welchem jedes Wort, so weit dies die babylonische Schrift überhaupt gestattet, die Natur seiner Vokale und Konsonanten klar erkennen Hesse. Es kam ihnen vielleicht gar nicht darauf an, dieses Ziel zu erreichen, viel-mehr waren sie zufrieden, wenn es ihnen gelang, das ihnen vor-schwebende Wort ungefähr in der Schrift wiederzugeben. Es ist daher nicht verwunderlich, dass die Verbalformen der El-Amarna-Briefe sehr inkonsequent geschrieben sind. Da es aber für manche Fragen wichtig ist, zu wissen, wie weit die Freiheit ging, die sich die Schreiber erlaubten, mögen zunächst vor dem Eintritt in den-eigentlichen Gegenstand dieser Abhandlung einige Vorbemerkungen zur Orthographie der El-Amarna-Verbalformen Platz finden (§§ i und 2). Der § 2 gilt ausschliesslich den spezifisch kanaanäischen Verbalformen. Da diese zuweilen Laute aufweisen, für welche die babylonische Schrift überhaupt keine Ausdrucksmöglichkeit hat, so wird zu zeigen sein, wie sich die Schreiber in solchen Fällen behalfen. Zwei weitere Paragraphen (§§ 3 und 4) mögen dann zeigen, wie die dem Babylonisch-Assyrischen eigenen konsonantischen und voka-lischen Wandlungen (vgl.