Das Untergrundbahngespenst
1. Kapitel. Die drei Beraubten. Er benutzte die dritte Wagenklasse. An diesem Vormittag des 11. Mai war der Zug wenig besetzt … Als ein Schaffner dann auf der Endstation Wilhelmplatz noch einen Fahrgast im Zuge bemerkte, der offenbar in seiner Ecke eingeschlafen war, suchte er den Mann zu wecken. So stellte er fest, daß der Betreffende bewußtlos war. Erst nach fünf Stunden kam der Mann auf der nächsten Unfallstation wieder zu sich. Es war der Kassenbote der Minifax-A.-G. — Die Aktentasche mit dem Gelde war ihm geraubt worden. Er konnte nur angeben, daß er in der Wagenecke dritter Klasse plötzlich von einer unwiderstehlichen Müdigkeit befallen worden war. Mehr wußte er nicht. Alle polizeilichen Nachforschungen blieben erfolglos. — Dies stand am 12. Mai sehr ausführlich in allen Zeitungen zu lesen. Auch wir lasen es … Und wir saßen gerade beim Frühstück auf der Veranda des Harstschen Hauses und erfreuten uns an dem frischen Grün der Gartenbäume und an dem frechen Lärm des Spatzenvolkes. Der Kassenbote der Minifax-Aktiengesellschaft hatte von der Deutschen Bank achtzigtausend Mark erhoben und war auf der Station Kaiserhof in einem nach Wilhelmplatz bestimmten Untergrundbahnzug gestiegen. Das Geld hatte er in einer Aktentasche bei sich. Der Bote war ein kräftiger Mann von fünfunddreißig Jahren und seit längerer Zeit schon in Diensten der Minifax-A.-G. Eine Stunde später läutete der