Die Andere Seite
Ilse trat hindurch, weil sie Försterin war und Förster sich um ihren Wald kümmern, auch wenn der Wald plötzlich größer ist als gedacht. Auf der anderen Seite roch die Luft nach Honig und nassem Stein, und der Schnee unter ihren Stiefeln war warm. Sie drehte sich um und sah, dass das Tor hinter ihr verblasste, die Ränder sich auflösten wie Zucker im Wasser, bis nur noch die beiden Eichen übrig waren — dieselben und doch nicht dieselben, denn hier waren sie doppelt so hoch und ihre Rinde schimmerte kupfern.
Ein Pfad führte in die Tiefe des silbernen Waldes, markiert durch Steine, die von innen leuchteten. Ilse folgte ihm, weil es nichts anderes zu tun gab, und nach einer Weile, die sich wie Minuten anfühlte aber Stunden gewesen sein mochten, erreichte sie eine Siedlung. Häuser aus lebendem Holz, Wände aus geflochtenen Ästen, Dächer aus Moos, und zwischen ihnen Menschen — oder Wesen, die Menschen ähnelten, mit zu langen Gliedern und Augen, die das Violett des Himmels widerspiegelten.
Sie sprachen eine Sprache, die Ilse nicht kannte und doch verstand, so wie man manchmal im Traum Dinge versteht, die im Wachen keinen Sinn ergeben. Sie sagten, das Tor öffne sich einmal im Jahr, und wer hindurchgehe, sei willkommen, aber der Rückweg sei ein anderer. Man könne nicht zurücktreten durch das Tor, man müsse ihn sich verdienen, den Weg nach Hause, und die Währung sei keine, die man in der