Das Tor des Todes
1. Kapitel. Mac Alferlan aus Indien † Harsts plötzliche Vorliebe für die kleine Konditorei in der Nähe des Ringbahnhofs Hohenzollerndamm war stark verdächtig. »Der Kaffee und der Kuchen sind vorzüglich, und die Pasteten noch besser,« sagte er wiederholt, — natürlich faule Ausrede. Gerade er wird kaum halbe Tage auf einem Fensterplatz inmitten schwatzender Menschen ausharren. Für Süßigkeiten hat er schon gar nichts übrig. Das ging so volle fünf Tage lang. Einige Male hatte ich ihn begleitet, um herauszufinden, wen und was er dort beobachtete. Schließlich brachte mich ein Zufall der Wahrheit nahe, denn von ihm selbst war nichts zu erfahren. Es gibt eben Zeiten, wo er seine Geheimniskrämerei bis zu bockbeinigster Verschlossenheit treibt. Dieser Zufall hing mit Kapitän Johann Knork zusammen. Knork war einer jener Seeleute der alten Schule, die auf ihr Äußeres wenig geben und selbst in den Sechzigern noch nicht vom nassen Element freikommen. Knork hatte die meiste Zeit seines abenteuerlichen Daseins im Ausland verbracht und führte nun, obwohl er es nicht mehr nötig hatte, einen der Dampfer der Berliner Stern-Reederei, der im Sommer die Vergnügungstour zur Berlin-Ferch (am Schwielowsee) abgraste. Bei einer dieser Fahrten hatten wir ihn kennen gelernt und uns mit ihm um so eher angebiedert, als er in unserer Nähe in Halensee am Ringbahnhof wohnte. Zuweilen kam er im Winter in der