Chapter

Die Dompropstin kündigt ihre Ankunft an, und Se. Gnaden beruft einen Juristen

Die Uhr über dem Portal von Rogershof schlug zwei. Im Saal des Dienerschaftsflügels saßen Vickberg, Johnsson und Toni und spielten Vira. Frau Enberg lehnte in der Fensternische und strickte Strümpfe für Jakob, den Reißteufel. Es schickte sich nicht, daß er barfuß herumlief, der Junge, er war doch schon neunzehn Jahre, und Blenda – Ja, wie alt konnte Blenda sein? Nicht über sechzehn und kaum unter fünfzehn. Vor vierzehn Jahren – am Johannistage – war Blenda nach Rogershof gekommen. Und da mochte sie wohl anderthalb Jahre gewesen sein. Der Baron hatte freilich behauptet, sie sei erst ein halbes Jahr, aber das war wohl irgend ein eigentümlicher Irrtum. Frau Enberg lächelte ein wenig boshaft, als sie an diesen Irrtum des Barons dachte. Ja, ja, so geht es, wenn man leichtsinnig ist. Man ist Irrtümern unterworfen. Se. Gnaden pflegte zu sagen: »Wer Jakobs Vater ist, das lasse ich dahingestellt, aber die Mutter, das sind Sie, Frau Enberg.« Ach ja, es ist freilich leicht, auf anderer Leute Kosten boshaft zu sein, und Se. Gnaden hatte natürlich volle Freiheit, zu spaßen. Aber wenn jemand kam und Frau Enberg nach Blendas Eltern fragte, dann konnte sie ihm wahrlich weder über Mutter noch über Vater irgendwelchen Bescheid geben. Na. Gott segne auf jeden Fall die Kinder. Hatte der Herr ihnen das Leben geschenkt und war es seine Absicht, daß sie in dieser Welt bleiben sollten, Blenda und

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