Chapter

1. Kapitel. Karstens Raritäten

Karstens Raritäten. Die Septembersonne meinte es gut mit uns. Wir lagen im Grase an der Westseite unserer Insel, und um uns her gruppierten sich malerisch die tierischen Mitbewohner von Schluderrook: Anita, Asta — Kühe —, zehn Schafe, ein Dutzend Hühner, zwei deutsche Schäferhunde. Holder Friede lag über dem Nordseeeiland, diesem winzigen Inselchen, das nun seit acht Tagen unser Heim, unsere kleine, teure Welt, unser Ferienidyll. Harald, auf dem Bauche, rauchte … Ich, auf dem Rücken, streichelte des einen Hundes Kopf. Die prächtigen Rüden hatten sich inzwischen auch an mich gewöhnt. Von dem Wohnhause her erklang ein regelmäßiges stampfendes Geräusch: Mathilde, die dicke Köchin, butterte. Es war elf Uhr vormittags. Die Luft war so klar, daß wir die südliche Insel mit ihrem weißen Leuchtturm, ihren roten Ziegeldächern und gelblichen Dünen ganz deutlich erkannten. Aber diese Luft war scharf und machte müde und lullte den Geist in träumerische Ruhe ein. Ich habe diese Herbsttage an der See stets geliebt. Schon in meiner westpreußischen Heimat gab’s für mich keine schönere Zeit zum Wandern. Hier auf Schluderrook wanderten wir auch. In genau achtzehn Minuten freilich hatten wir die winzige Hallig umschritten. Frau Harst näherte sich uns. Ihr weißes, volles Haar leuchtete, und unter dieser ehrwürdigen Krone schimmerte das liebe Matronengesicht in frischen Farben. Bedächtig, mit feinem

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