Chapter

Erster Teil

»So, endli brennt's! Jetz' kann der Herr bald sein' Kaffee hab'n.« Das schmucke Dirndl erhob sich von den Knien vor dem Feuerloch des mächtigen grünglasierten Kachelofens und strich sich die saubere Schürze glatt, die bei der anstrengenden Beschäftigung mit den widerspenstigen Holzscheiten etwas zerknittert worden war. Der Gast am Tisch neben dem Ofen, dem die Worte galten, nickte freundlich und wandte die Augen von der rot aufflackernden Glut weg, die er bisher in behäbig müßigem Hinschauen angestarrt hatte. »Recht so, Liesel«, lobte er. »Ich hab' schon 'nen rechtschaffnen Kaffeedurst. Und so lang hast du mich doch noch nie warten lassen.« »'s is a nur wegen dena z'wideren Scheiter. Sie san gar zu arg naß!« entschuldigte sich das Mädchen eifrig und wandte sich dann dem kleinen Raum hinter dem Ofen zu, wo sie behend mit ihrem Kaffeegeschirr zu hantieren begann. »Die Scheiter san scho' nit z'wider – aber ka Feur hat's net, dös Dirndl«, kam es neckend von dem zweiten, längeren Tisch am Fenster her, wo der Jäger seine Pfeife schmauchte, während er mit seinen verschmitzten Augen dem Gehabe des hübschen Kindes wohlgefällig zuschaute. Die Liesel schoß aus hellen Augen einen übermütigen Blitz zu ihm hinüber. »Feur hätt's scho', Jaga; aber 's brennt halt nit glei hellauf, wie's mancher vielleicht gern hätt'.« In dem Gesicht des Gastes mit seinem ruhigen Ernst leuchtete es heimlich auf.

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