Die Jager Im Schatten
Sie kamen in der Nacht, wie es Jäger tun, die das Licht fürchten. Ava erwachte vom Geräusch ihrer eigenen Schmiede — jemand hatte die Tür geöffnet, und der Nachtwind trug den Geruch von etwas Altem und Verdorbenem herein, wie Erde aus einem frisch geöffneten Grab. Die Klinge neben ihrem Bett pulsierte in einem warnenden Rhythmus, und als Ava sie ergriff, konnte sie durch die Dunkelheit sehen, als wäre es Tag.
Drei Gestalten standen in ihrer Werkstatt. Sie trugen keine Rüstungen und führten keine Waffen, und doch ging von ihnen eine Bedrohung aus, die Ava in den Knochen spürte. Ihre Gesichter waren verhüllt, aber ihre Augen glühten in einem kalten Blau, das nichts Menschliches hatte. Der Größte von ihnen streckte eine Hand aus, und die Luft zwischen ihnen wurde kalt, so kalt, dass Avas Atem zu Kristallen gefror.
„Die Klinge gehört nicht dir", sagte die Gestalt, und ihre Stimme klang wie das Brechen von Eis. „Sie gehört dem Dunkel, aus dem das Erz stammt. Gib sie zurück, und du darfst leben." Ava hob das Schwert, und sein Licht durchschnitt die Dunkelheit wie der erste Sonnenstrahl den Nebel. Die Gestalten wichen zurück, zischend, und in dem goldenen Schein konnte Ava sehen, was sich unter ihren Verhüllungen verbarg — Leere, reine, hungrige Leere, die sich in Menschenform gekleidet hatte. Sie wusste, dass dies erst der Anfang war.
