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Das schwarze Kabinett

Am frühen Morgen des 28. Jänner 1835 genoß die Bevölkerung der ostgalizischen Kreisstadt Tarnopol, soweit dieselbe erwacht war und mit wirrem Haar oder unter Nachthauben verborgenen Papilloten durch die mit schimmernden Spitzen des Frostes belegten Scheiben hinausblickte oder, kräftig in die roten Hände blasend, an die Arbeit ging, das in jenen Friedenstagen seltene Schauspiel, einen kaiserlichen Offizier in der Hitze des Gefechtes bewundern zu dürfen. Das Schlachtfeld bildete allerdings der harmlose Ring, der Feind bestand aus Schuljungen, und die Geschosse, die hin- und herflogen, waren Schneeballen, aber bei einiger Phantasie konnte man sich schon eine erträgliche Vorstellung von der Völkerschlacht bei Leipzig oder der Beschießung von Gibraltar machen, und das liegt in dem Charakter eines halbwilden und poetischen Naturlandes, wie es Galizien heute noch ist und damals in erhöhtem Maße war, daß in demselben sogar jene Leute eine rege Phantasie besitzen, welche, wie Beamte, Hausknechte und Schacherjuden, sonst von dieser Gottesgabe verschont bleiben. Der Held der alle beweglichen Zungen der Kreisstadt – und die Tarnopoler Zungen waren sehr beweglich – in fiebernde Unruhe versetzenden Affäre, Lieutenant Dyonis Bulgarin vom Infanterieregimente Mazuchelli, hatte die Nacht in dem Lokale des Gans Nelkenduft Kapzeles in luftiger Gesellschaft junger Gutsbesitzer und Offiziere beim

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