Der Hilferuf
Durch die offene Haustüre des Gutshofs stürmte ein halbwüchsiger, blonder Junge in den Flur. Mitten in dem großen, hochgewölbten Raume gingen ihm plötzlich die Kraft und der Atem aus, dass er einer Ohnmacht nahe war. Er hielt soweit aus, dass er einer Ohnmacht nahe war. Er hielt sich an einer Ecke des langen Eichentisches fest. Dabei kam er schnell wieder völlig zu sich. Dann reckte er sich mit aller Macht förmlich wie ein krähender Hahn und schrie, als ob ihm ringsum mit Feuerbränden zugesetzt worden wäre: »Herr! Herr! Herr Selmsprenger!« Es gellt durch alle Mauern des weitläufigen Hofes. Lukas Selmsprenger, der Gutsherr, saß oben in seiner Stube und schrieb an einem bisher wohlgeratenen Geschäftsbriefe. Dem starken Manne, der sonst wahrhaftig nicht allzu leicht erschrak, gab es einen Riss, als der Knabe im Flur der ersten Schrei tat. Er ließ die tintenschwere Feder auf das beschriebene Blatt fallen, und ohne dass er dann sie und ihre Kleckse beachtet hätte, lief er nach dem Flure. Der Junge hörte ihn kommen und eilte ihm bis zur Stiege entgegen. Er fiel vor Selmsprenger auf die Knie nieder, hob bittend die kleinen, braunen, zitternden Hände empor und flehte: »Schnell! Schnell! In die Potkolnica! Nehmen Sie Ihr großes Ross, den weißen Hengsten! Lassen Sie mich bei Ihnen auf ihm sitzen! Ich bin gering. Mich wird er nicht spüren.« Selmsprenger schien nun bereits alle Gründe zu