Chapter

Erstes Kapitel

Hinter der Düne stehen zwei Häuser, ein größeres, ein kleineres, sich ähnlich wie Geschwister, die letzten des Dorfs. Die ersten vielmehr, denn keines sonst hat sich so mutig wie diese beiden an die See herangetraut. So stehen sie als Wärter und Wächter, lauernd und achtsam, ihre struppigen Strohköpfe lugen über den hohen Kamm hinaus auf das Meer. Dabei werfen sie sich selber aus den verschmitzten kleinen Fensteraugen ihrer Giebel zwinkernde Seitenblicke zu, denn sie kennen einander gut aus der langen Zeit ihres Lebens, mancherlei ist zwischen ihnen geschehen, und keines traut dem andern so recht über den Weg. Gut, daß dieser Weg breit genug ist, gut, daß ein beträchtlicher Streif von Haide und Weideland zwischen ihnen sich reckt. Unter dem größeren Strohdach haust der Fischer Jakob Kloband. Dieser Jakob hatte zwei Söhne – nur zwei, aber sie sind danach; sie haben von ihrem Vater das Gebäude, und ihre Knochen hätten es mit Ruben, Simeon, Levi, Juda – ob dieser gleich ein junger Löwe war – hätten es mit dem ganzen Dutzend der andern Jakobssöhne getrost und gottesfürchtig aufgenommen. Neben diesen beiden, nach dem Vater zugeschnittenen Schlagetots ist aber in dem Klobandschen Fischerhause noch ein Zarteres aufgewachsen, eine Tochter, die der weichen und rundlichen Mutter nachartet. Alice – sprich Alietze – ist jenen Knochenmenschen gegenüber das geistige Element in der Familie

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