Das Rendezvous in dreihundert Jahren
An einem schönen Sommerabend saßen wir im Garten unserer Großmutter, einige von uns um einen Tisch mit einer brennenden Lampe versammelt, andere auf den Stufen der Terrasse. Von Zeit zu Zeit trug eine sanfte Brise einen Lufthauch, den Duft von Blumen oder das ferne Echo eines Dorfliedes heran, und dann wurde es wieder still, nur das Geräusch von Nachtfaltern, die mit ihren Flügeln gegen den mattierten Lampenschirm schlugen, war zu hören. »Nun, meine Kinder«, sagte die Großmutter, »ihr habt mich oft gebeten, euch eine alte Gespenstergeschichte zu erzählen... Wenn ihr wollt, setzt euch in einen Kreis, und ich werde euch eine Geschichte aus meiner Jugend erzählen, die euch alle erschauern lassen wird, wenn ihr ganz allein in euren Betten liegt.« Nicht umsonst erinnert mich diese ruhige Nacht an die gute alte Zeit, und doch — Ihr mögen mich auslachen, wenn Ihr wollt — scheint mir die Natur seit vielen Jahren nicht mehr so gut zu sein, wie sie einmal war. Ich sehe nicht mehr diese guten Tage, die so warm und strahlend waren, diese Blumen, die so frisch waren, und diese Früchte, die so schmackhaft waren. Und wenn wir schon bei den Früchten sind, ich werde nie einen Korb mit Pfirsichen vergessen, den mir der Marquis d'Urfé schickte, ein junger Narr, der mir den Hof machte, weil er in meinem Gesicht irgendeinen charakteristischen Zug gefunden hatte, der ihm den Kopf verdreht hatte. In