Der lange Jeremi
Der auf dem nordamerikanischen Felsengebirge entspringende Kanadian-River durchströmt auf seinem Lauf nach Osten ausgedehnte wellige Prärien, weite Wälder und hügelige Landschaften von abwechslungsreicher Schönheit. Dieser Fluß war zu jener Zeit, als die ersten Ansiedler von Osten her über den Arkansas und Missouri in die Indianergebiete eindrangen, etwa die Mittellinie der Jagdgründe der Komanchen, jenes Reitervolkes, dem alle Kenner westamerikanischer Indianerstämme Edelmut, Kühnheit, Intelligenz und praktischen Sinn nachrühmen. Das Jagdgebiet dieses Stammes begann, von Osten gerechnet, etwa am Ute-Bach, einem linken Nebenflüßchen des Kanadian. Zwischen dem Ute-Bach und dem Felsengebirge und weiterhin nach Südwest bis zu den Quellflüssen des Rio Pecos, an dem hauptsächlich die Apachen hausten, zog sich ein breiter Landstreifen neutralen Gebietes, der weder von den Komanchen noch den Apachen als fester Besitz in Anspruch genommen werden konnte. – Dies sei zum Verständnis des Folgenden vorausgeschickt. – An einem prachtvollen Julimorgen kam ein einzelner Reiter vom Felsengebirge her durch die Prärie getrabt, die sich, ein bares Blumenmeer, bis zum Ute-Bach entlangstreckte. Dieser Reiter ritt ein Maultier von geradezu unglaublicher Häßlichkeit, eins von jenem Viechern, die alle Schönheitsfehler des Pferdes und der Esel, seiner Stammeltern, in sich vereinen. Der unglaublich große