Das Radschaschloß
Pontianak ist ein lebhafter Hafen an der Westküste Borneos. Mit der Gründung dieser Stadt schlagen wir eins der blutigsten Blätter der niederländischen Kolonialgeschichte auf. Es genügt zu erwähnen, daß das gebirgige Hinterland von Pontianak von den Dajaks, den berüchtigten Kopfjägern, bewohnt wird, die auch heute noch nur dem Namen nach unterworfen sind, und, wo dies geschehen, weniger infolge niederländischer Waffenerfolge als vielmehr durch den häufigeren Verkehr mit Europäern, die diesem kriegerischen Stamme die Vorteile der Handelsbeziehungen mit den weißen Eroberern recht schlau vor Augen zu führen wußten. – Am 17. Dezember 1914 vormittags standen vor dem Hafenkommandanten von Pontianak, einem dicken, gemütlichen Holländer, vier Deutsche, darunter ein kaum dem Kindesalter entwachsener Junge. „Fassen wir die Tatsachen nochmals kurz zusammen, meine Herren“, sagte der Kommandant soeben, indem er von seinem Schreibtisch ein Blatt Papier aufnahm und seine Notizen einsah. „Zunächst setzen Sie sich aber bitte. Wir können die Angelegenheit in aller Ruhe erledigen. – Sie sind, wie Sie selbst zugeben, am 20. August dieses Jahres aus Sarawak (Hafenstadt an der Nordwestküste von Britisch-Borneo) auf einer ehemaligen, bewaffneten Piratenprau entflohen, nachdem Sie von den englischen Behörden interniert worden waren. Auf dieser Flucht haben Sie dann einen der Sie verfolgenden Dampfer