Chapter

Erstes Kapitel

Von allen erfreulichen, feststehenden Dingen in ihrem Leben war Nina Henry ihr Bad das liebste. Dafür gab es gute Gründe. Einer, der beste vielleicht, lag darin, daß sie zweiundvierzig Jahre alt war. Mit zwanzig und auch mit dreißig Jahren hatte sie niemals einen Gedanken an das Baden gewendet. Sie badete einfach. Man tat es eben. Aber als sie, ganz allmählich und unmerklich, älter wurde, begann sie das Bad mehr auszukosten und zu schätzen. Nur während sie im Bad war, konnte sie wirklich ausspannen. War sie für sich. Sicher vor jeder Unterbrechung. Sie nahm zwei Bäder – eines natürlich, wenn sie aufstand, und ein zweites selbstverständlich, wenn sie sich zum Dinner umzog. Mindestens zweimal im Laufe des Tages konnte sie dann in einem Zustand völliger geistiger Freiheit denken. Es war Nina klar, daß ihr Denken ein langsamer und oftmals verworrener Prozeß war. Wenn sie Eile hatte, geriet sie durcheinander. Ganz besonders brachte Wilson, ihr Mann, sie durcheinander. Er war ein lebhafter, ein ungestümer und ungeduldiger Mensch. Aber in ihrem Bad belästigte er sie nicht. Er hätte es tun können, das wußte Nina – sie war in solchen Dingen nicht prüde – aber er tat es nicht. Das heißt, er tat es nicht mehr. Langsam, wie die Zeit verstrich, hatte das gemeinsame Leben der beiden gewisse konventionelle Formen angenommen. Nina Henry saß aufrecht in einer mit mäßig heißem Wasser gefüllten

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.