1. Kapitel. Die aufregende Neuigkeit des Feldherrnviertels
Winfried Dallmer lachte aus vollem Halse. „Kinder – hat die Welt je solchen Blödsinn gehört! Und nun gibt sich ein sonst leidlich vernünftiger Mensch noch dazu her, derartige Dinge weiterzuerzählen …!!“ „Danke verbindlichst für diese Einschätzung meiner Person,“ meinte Horst Merkel, indem er sich ein wenig nach dem Kunstmaler hin verbeugte. „Bitte – gern geschehen! – Ihr Gelehrten habt ja alle so einen kleinen Sparren. Und der deinige ist sogar verhältnismäßig bescheiden ausgefallen, lieber Horst, – Tatsache!“ Der dritte, der in Doktor Merkels Bude sich soeben erst eingefunden hatte, war bisher kaum recht dem Gespräch zwischen seinen beiden Freunden gefolgt, da er die Abendzeitung geradezu gierig überflog, wo er – eine ziemlich überschwengliche Hoffnung! – einen Bericht über sein am Stadttheater in Elbing neuaufgeführtes Lustspiel zu finden hoffte. Jetzt warf er das Blatt bei Seite, sog kräftig an seiner Zigarette und sagte aus einer Wolke blauen Rauches heraus: „Ich möchte nun auch gern wissen, worum es sich handelt. Einzelnes von eurer Unterhaltung ist mir ja zum Bewußtsein gekommen. Sprecht ihr etwa über jene schönen Zeiten im alten Griechenland, wo die geistig so hoch stehenden Helenen – und die Römer machten’s nicht besser! – sich aus dem Fluge der Vögel, den Eingeweiden von Tieren, dem verschiedenartigen Klang eines Beckens und aus dem Munde eines steinernen Götzenbildes