Das Nachtlager in der Spielhöhle
Ich hielt eine Rundschau in meinem Atelier und wer mit der Ausführung meiner Gemälde zufrieden Nur ein einziges Bild, das Porträt eines gewissen Herren Faulkner, konnte mir keinen Beifall abgewinnen, obschon es in Bezug auf Zeichnung und Farbton den künstlerischen Anforderungen zu entsprechen schien. Es fehlte in diesen Gesichtsumrissen die Seele oder jener geistige Ausdruck, welcher einem Porträt erst den Stempel der Vollendung aufdrückt. Beim Anblicke dieses mißlungenen Bildes zerflossen die rosigen Schimmer der Zufriedenheit in eine düstere Wolke des Unmuts. Herr Faulkner war eigentlich allein Ursache an dieser verfehlten Ähnlichkeit, indem er sich mit dem festen Vorsatze neben die Staffelei gesetzt, seinem Gesichte einen ungewöhnlichen Ausdruck zu verleihen, damit nicht das Alltägliche in der Physiognomie aufgefaßt und versinnlicht werde. Durch diesen erkünstelten Ernst erhielt das Bild das Gepräge einer Marmorbüste, welche bei allen Vorzügen doch einem Körper gleicht, woraus bereits der Geist entflohen ist. Ich suchte seine Aufmerksamkeit auf andere Dinge zu lenken und knüpfte Gespräche über die verschiedensten Gegenstände mit ihm an. Wir hatten Beide viele Reisen gemacht und hegten in vieler Beziehung für Manches, was wir in den durchwanderten Ländern gesehen hatten, gleiches Interesse. Während wir so unsere Reiseerlebnisse austauschten, verließ jener feierliche Ausdruck