Karl Alexanders Jugend und Vermählung
Karl Alexander war vierzehn Jahre, als Goethe starb; so stand seine Kindheit, seine Erziehung unter dem Einfluß dieses Beraters der Großherzoglichen Familie. Fast symbolisch will es erscheinen, daß Goethe am Weihnachtsabend 1822, unter dem Christbaum, den kleinen Prinzen zum Überbringer eines Buches an Karl August wählte – es enthielt zweiunddreißig geschriebene Gedichte, welche die Jugend dem Begründer der Bürgerschule dankend widmete; der Dichter machte das Fürstenkind zum Abgesandten der Bürgerkinder Weimars. Goethe hatte schon die beiden Prinzessinnen mit seiner Fürsorge umgeben; wie viel mehr mußte ihm an der richtigen Bildung des Erbprinzen liegen, auf dem die Zukunft Weimars beruhte! Maria Paulowna tat auch nichts ohne seinen Rat. Die Anstellung Frédéric Sorets als Erzieher fand seinen vollen Beifall. In Rußland als Sohn des Hofmalers der Kaiserin geboren, hatte dieser in der Schweiz, wohin seine Eltern bald zurückkehrten, eine vortreffliche Erziehung erhalten, Theologie und später Naturwissenschaften studiert. Er war als freisinnig, als Republikaner bekannt, aber das war für die großdenkenden Menschen in Weimar kein Hindernis, im Gegenteil. – Für die Elementarfächer bekam der Prinz einen Lehrer Schmidt, der schon bei Goethes Enkeln erprobt worden war; den Zeichenunterricht übernahm Heinrich Meyer, und Eckermann lehrte die englische Sprache, deutsche Literatur und