Erster Band - Erstes Kapitel
Nacht ruhte auf Wald und Moor. Kaum merklich wirkte nahe dem Erdboden das Licht des tief verschleierten Mondes. Seufzend strich der Herbstwind durch düstere Tannenwipfel und Laubholzkronen. Mit sich führte er schweren, übel duftenden Nebel. Die von ihm getragenen Dunstbläschen senkten sich eilfertig auf immergrüne Nadeln und welke Blätter. Perlenschnüre bildeten sich an Grashalmen und zarten Spinngeweben. Das herbstliche Rauschen des Laubes war längst erstickt in der durchdringenden Feuchtigkeit. An dessen Stelle trat das eigenthümliche Brausen der in Schauern niederrasselnden Tropfen, sobald ein heftigerer Windstoß die Zweige vorübergehend von ihrer Last befreite. Zu dem Seufzen und Brausen gesellte sich der schrille Ruf des südwärts wandernden Regenpfeifers und der Kronschnepfe. Hin und wieder bellte verdrossen ein Fuchs. Denselben Ausdruck der Verdrossenheit hätte man dem Geräusch zuschreiben mögen, mit welchem die Hufe eines in dem gewundenen Waldwege bedachtsam einherschreitenden Pferdes das schlüpfrige Erdreich trafen oder in den Regenpfützen plätscherten. Roß und Reiter fielen in einen einzigen schwarzen Schatten zusammen. Nur mit Mühe unterschied man, daß ersteres, wie um den Weg zu prüfen, vor dem gelockerten Zügel den Kopf senkte. Der Reiter dagegen, eingehüllt in einen weiten Mantel, hatte die Arme verschränkt. Er schien sich um nichts weniger, als um die von dem