Der Tod im Angesichte des Landes
Der Tod im Angesichte des Landes. Tupia, der Insulaner. Sein braunes Weib. Die Palmenhütte. Auf dem geräumigen Verdecke eines stolzen Schiffes, welches nach langer Seefahrt endlich die schöne Insel Tahiti in Sicht bekam, hatten sich die sämmtlichen Passagiere versammelt. Die Meisten spähten mit Fernröhren nach dem nahen Lande, welches Alle heiß ersehnten. Von jedem Theile des Schiffes ertönte lauter Freudenruf, und der Kapitän, welcher hoch auf dem Radkasten stand, schwenkte jubelnd seinen Hut. Mitten in diese allgemeine Freude hinein ertönte plötzlich und unvermuthet ein furchtbares Krachen – das Schiff war mit voller Kraft auf einen Felsenriff gefahren, welcher sich unter der Oberfläche des Wassers herzog. Die stürmische Freude verwandelte sich urplötzlich in Schrecken; alle Gesichter waren kreideweiß geworden und auf einen Augenblick herrschte lautlose Todtenstille. Bald aber lösten sich die Zungen und von einem Ende des Schiffes bis zum andern erscholl ein allgemeines Wehgeschrei. Der Kapitän war von dem gewaltigen Stoße umgeworfen worden. Rasch aber erhob er sich wieder und rief den Matrosen seine Befehle zu, hoffend, durch schnelle und zweckmäßige Maßregeln das Schiff wieder flott zu machen. Aber ein neuer, noch furchtbarerer Stoß war die Folge und ehe eine Stunde verfloß, fiel das Schiff in Trümmer auseinander und die Passagiere versanken mit lautem Wehgeschrei in den