Chapter

I.

I. Schöne herrliche Königsstadt von Frankreich, des reichen Landes Herz, nach welchem aus allen Adern das Blut wogt, um dann von Neuem den schnellen und kräftigen Kreislauf zu beginnen, — welch düstere Nächte sahst du, und welch edeles Brut färbte dein Pflaster, bevor jene verheißungsvollen Tage aufgingen, welche durch kriegerischen Ruhm den französischen Namen groß, machten, und durch das Emporblühen der Fäuste und Wissenschaften in dein Herz jene Keime pflanzten, die erst spät, aber um desto sicherer aufzugeben bestimmt waren. — Blut und Thränen bethauten den Boden, auf den einst Ludwig XIV. die Saaten streuen sollte, deren Früchte er nicht ahnte; noch war er ein Kind, und um seine Krone kämpften die Parteien; seine Mutter und der Priester, derer Pflege er vertraut war, verwahrlosten seine Erziehung, um gegen die Fronde eben so eitle und selbstsüchtige Interesse zu vertreten, als die Gegner — zu behaupten suchten, und das Glück des Landes war ein leerer Schall, mit dem man kaum die leichtbewegte Menge der Stadt Paris zu kirren mehr für möglich oder für nöthig hielt. Die Zeit war ohne Treu und Glauben, und selbst der kriegerische Muth, der nie verlorene Schmuck der Franzosen, war seiner Zierden beraubt, bis auf einige Überbleibsel aus den Tagen eines edlern Sinnes, die mehr der Form als dem Wesen nach noch bestanden, denn mit der Treue stirbt jedes Heil und jede Tugend. Im

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