Chapter

1. Kapitel

Mit Gott! steht auf der ersten Seite des alten Folianten, den ich beim Umzug in Großvaters Kasten fand. Die wurmstichige Lade brach zusammen, als ungeschickte Packerhände sie hoben und stießen, das Buch, dick und groß wie eine Dorfbibel, fiel heraus und polterte vor meine Füße. Gelbe, leere Seiten, soweit ich auch blätterte. Stockfleckig und rauh. Aber auf der ersten Seite mein Name. Mit Gott, Erne Sörensen! Das ist ein guter Zuruf für die neue Stadt, die neue Wohnung und das neue Amt. Buch und Lade müssen dem Großvater gehört haben, dem Schulmeister mit den fünfzehn Kindern. Denn er ist der einzige Erne Sörensen in der langen Reihe der Jens Sörensen. Und nach ihm hat man mich benannt. Ich sollte werden wie er, ein bodenständiger Mann, kein Grübler und Spintisierer wie Vater. Vielleicht wollte der Ahn das Leben seiner fünfzehn Kinder auf den leeren Seiten des Folianten buchen, aber die Müdigkeit nach all dem heißen Ringen ums liebe Brot hat ihm die Feder aus der Hand gewunden. Soll ich sie aufnehmen? Es klingt so ermunternd: Mit Gott, Erne Sörensen! Zwei Tagebücher wies meine Bücherei auf, ein altes und ein neueres. Das neuere zeigte meine eignen Schriftzüge. Ich hab’s verbrannt. — Und doch wäre ich jetzt so weit, es ganz objektiv zu betrachten. Die Zeit und die Selbstzucht haben mich über all das Schwere, das in den Blättern eingesargt lag, hinausgehoben. — Das alte Tagebuch

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