Chapter

I.

Der Bindermeister Klaus Herlinger zu Graz an der Mur war ein wohlgemuter Mann; denn das ehrsame Gewerke, dem er diente, nämlich die Kunst Fässer zu binden und bauen, blühte unter seinen Händen reichlich und gab dem Hause und Herde sattsam Gedeihen. Er besaß eine einzige Tochter, Mechthild geheißen, die galt als schöne und züchtige Maid bei allen, die sie an Sonntagen zur Kirche wandeln oder an Wochentagen daheim schaffen sahen an der Seite der scharf blickenden Mutter. Friede und Eintracht herrschten unter dem Dache des stattlichen Binderhauses, denn der gutmütigste von allen war Meister Klaus selber. Gegen Knechte und Mägde konnte er streng nach Maß und Recht schalten und im Anwesen heischen, was die Pflicht gebot, doch in der Stube liebte er den trauten Frieden. Dieser ward jedoch gestört, als er sein Schwesterkind zu sich nahm, ein Mägdlein, das noch in der zartesten Jugend stand, aber einen festen Willen zeigte, die andern zu plagen. Es hieß Diemut und mochte wenig gern Gehorsam lernen gegen Vetter und Muhme, am wenigsten aber gegen die Base, die schöne Mechthild. Da gab es Gewölke und Sturm in der trauten Stube und doch auch wieder Sonnenschein für Meister Klaus, wenn das Mägdlein seine gute Zeit hatte. Dann konnte es auch lieb sein, denn es war von seiner Gestalt, und die großen dunklen Augen leuchteten aus dem schmalen Gesichtchen wie träumend in die Welt hinaus. Es war

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.