Chapter

I

Herbst. Viel Unruhe liegt in der Luft. Dunkel ist der Abendhimmel. Wie riesige Ballen werfen sich die Wolken aufeinander, zerfetzen an ihren Rändern, quellen auf. Säume werden für Sekunden licht, quirlen durcheinander, lösen sich auf und ertrinken alsbald wieder in Schwärze. Der Moddersee, fahl wie das lastende Dunkel über ihm, rollt und wirft mißmutige Wellen an den moorigen Strand. Es raschelt und zischt in dem klagenden Schilf. Scharen von schwarzen Raben streichen krächzend durch die sturmsingende Luft. Die Tannen biegen sich stöhnend und richten sich ächzend auf, ihre Äste flattern, als wollten sie fort, aber immer wieder legen die Bäume ihre Zweige mit verzweifelter Geste gebändigt zu Hauf, um jedoch im nächsten Augenblick wieder schreckvoll auseinanderzustieben. Armseliger Sand, einsame, krüppelige Wacholder, die wie verkümmerte Gnomen in eine fremde Welt verschlagen sind, wechseln ab mit tückischem Moor, das unheimlich brodelt und doch mit jener Weichheit lockt, die das verführerische Urprinzip aller Laster ist. Peinigend ist das Gekecker der Elstern und scheußlich das Kreischen der Häher, die feige einen still in sich ruhenden Uhu umjagen. Der Weg zwischen dem finstern See, auf dem eine Bekassine jammernd schreit, und dem Moor, in dem eine Unke läutet, ist nur schmal. Der Weg in den Himmel ist schmal, und die Straße zur Hölle ist breit, muß Gefion Dankwart denken, die

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