Chapter

An die Verwunderten

Jawohl, ich bin ein Bürger dieser Stadt! Ich arbeite und schiebe Kegel, ich zahle Steuern und räsoniere auf den Magistrat, ich bin amtlich bestallter Armenpfleger und agitiere mit den Mietern gegen die Hausbesitzer, ich würde sogar im Konsumverein sein, wenn das mein Schwager, der ein Kaufmann ist, erlaubte. Ihr seht, die wichtigsten Merkmale treffen bei mir zu: ich bin wirklich ein Bürger dieser Stadt. Kein Wichtiger, kein Reicher, keiner von den vielen Sehrklugen, im ganzen einer der armen Schlucker, die ihre Pflicht tun müssen, die am Tage immer etwas zu klagen und zu schimpfen haben, aber die doch am Abend zu lachen anfangen. Es ist schön in unserer Stadt, o ja! Ich glaube, wir haben das beste Straßenpflaster von allen Städten Preußens, und wir fabrizieren ein Bier, das sogar exportiert wird, wir haben einen Professor hier, über den man schon einmal im ganzen Lande geschimpft hat, und besitzen eine alte Glocke, über die ein leibhaftiger Dichter aus der Literaturgeschichte ein langes Gedicht gemacht hat. Ich könnte noch vieles anführen, aber es ist ohnehin bekannt, daß ich ein Lokalpatriot bin. Ich habe einmal, als ich acht Wochen lang verreist war, jeden Abend von sechs bis sieben Uhr Heimweh gehabt nach unserer Stadt. – Ihr, meine Freunde, wißt, daß ich viele Geschichten erzählt habe. Sie alle spielten in unserem Leben; sie hatten alle den festen Boden unserer Straße unter

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