Einleitung von Paul Göhre
Das vorliegende Werk von Franz Rehbein über sein Leben als Landarbeiter ist die vierte der von mir herausgegebenen Arbeiterbiographien Die bisherigen waren: Denkwürdigkeiten und Erinnerungen eines Arbeiters (Karl Fischer), Band I 1903 bei Eugen Diederichs, Jena und Leipzig; Band II 1904 ebenda. Lebensgeschichte eines modernen Fabrikarbeiters (William Bromme), 1905 ebenda. Lebensgang eines deutsch-tschechischen Handarbeiters (Wenzel Holek), 1909 ebenda.. Tat ich recht, daß ich sie den bisher erschienenen folgen ließ? Ich habe lange gezögert, ehe es geschah. Das Interesse der Öffentlichkeit an solchen Arbeiterlebensgeschichten erscheint seit einigen Jahren stark zurückgegangen. Als die erste erschien, war sie eine Sensation; jede der nachfolgenden aber hat, ganz ohne Rücksicht auf ihre Qualität, einen immer geringeren Absatz gefunden. Das ist nun freilich leicht erklärlich. Die Arbeiterklasse selbst hat kein intensiveres Interesse an solchen Büchern. Das, was sie erzählen, kennt jeder einzelne aus ihr als sein eigen Schicksal nur zu genau. Im Bürgertum aber ist der Kreis derer, die tieferen Anteil an Arbeiterschicksalen nehmen, noch immer ein verhältnismäßig kleiner. Dessen Wissensdurst war aber zum großen Teil schon durch das Erscheinen der zwei Bände der ersten, der Fischerschen Biographie, die noch obendrein die beste aller bisher erschienenen ist, befriedigt. Es ist also sehr