Widmung und erstes Kapitel
Dieses Buch ist Olga Ivanovna Resnevic Signorelli, die Eleonora Duses Freundin war, in Dankbarkeit und Freundschaft zugeeignet Die Männer, die auf den Booten mit den starkfarbigen Segeln den Namen ihres düsteren Städtchens Chioggia viele Geschlechter lang bis zu den fernsten Inseln und Küsten des Mittelmeeres trugen, diese chioggiotischen Seefahrer, die heute noch wie in den großen Zeiten der Seerepublik in allen Häfen der Adria wohlbekannt sind, sind ein sehnsüchtiger, wilder und unruhiger Menschenschlag. Man erzählt, daß in den Zeiten, da die Erde noch voll lockender, geheimnisvoller Länder war, überall, wo Wagnis und Abenteuer zu erhoffen waren, Chioggioten auftauchten und daß auf allen Schiffen der Entdecker und Conquistadoren ihrer welche gewesen seien. Zuweilen brachte einer dieser fernesüchtigen Männer von seinen Fahrten einen Freund mit heim, der dann wohl auch sein Schwiegersohn wurde. So blühen fremdartige Namen in Chioggia noch weiter, freilich oftmals allmählich dem Klange der heimischen angeglichen. Ein Gäßchen unter den vielen winkeligen der zur Verteidigung zusammengedrängten kleinen Stadt Chioggia heißt Calle Duse. Welch wunderlicher Name! Er sei armenischer Herkunft, behaupten manche. Aber wer kann verfolgen, welchem Volke der Erste dieses Namens angehört haben mag, der, aus der ewig bewegten Völkerwirrnis der levantinischen Küsten kommend, sich in diesem