Erstes Kapitel
Das flache Dach des American House, des größten und bedeutendsten von Black Thread Center in Connecticut, war mit rotgestrichenen Weißblechplatten belegt, deren jede die eingestanzte Inschrift »Phoenix, das Weißblech der Könige« trug. Es war zwar erst zwei Minuten nach sechs Uhr, aber an diesem Julimorgen des Jahres 1897 glühte das Dach bereits. Das Blech hatte die Temperatur eines Plätteisens, und der Teer am Ziegelgesims, der den ganzen vorhergehenden Nachmittag Blasen geworfen hatte, war brennend heiß. Tief unten in der Putnam Street, ganze drei Stockwerke unterhalb des roten Blechdaches, äußerte der Schutzmann Tad Smith gegenüber dem Möbelhändler Mr. Barstow: »Na, das wird heute auch wieder so n Hundstag werden wie gestern.« Mr. Barstow dachte darüber nach. »Ich kann nur sagen, Sie haben recht. Ein regelrechter Hundstag.« »Jawoll Herr, n Hundstag«, wiederholte Tad sinnend und ging seines Wegs – um vielleicht nie wieder in der Geschichte aufzutauchen. Hoch oben über diesen biederen Bürgern aber tanzte auf dem roten Blechdach, berauscht von Jugend und Morgenglanz, voll jubelnder Wonne über seine neu entdeckte Sangeskraft ein junger Dichter, ein Sohn der Himmel. Nur Lancelot, der Hotelhund, war bei ihm, und ohne jede Scham begrüßte er den Sonnengott, der sein Bruder war. Die Melodie »Heut nacht, da ist was los im Städtelein« pfeifend, schritt er, sich seiner Jugend und seines