1. Kapitel. Ein Stummelliebhaber.
Alles, was das Leben mir schenkte, waren nur Seifenblasen. Es schenkte mir Liebe, Glück, Freiheit. Von den dreien blieb mir nur die Freiheit. Es schenkte mir Coy Cala, den Treuesten der Treuen: Er starb – für mich. Und jetzt hat dieses grausame Leben mir auch den einzigen Begleiter auf dieser Fahrt ins Ungewisse geraubt, meinen Hund … Nur ein Hund. Ja – ein Hund. – Vom Hunde, den du Köter nennst, lern’ eines, lern’ die Treue. Eine heimtückische Woge trug meinen vierbeinigen Freund davon, ich hörte im Donnern und Toben der Wellen noch sein letztes schnell ersterbendes Heulen. Und nun bin ich ganz allein. Die erhabene Einsamkeit des Meeres ist um mich her, und über mir leuchtet das Kreuz des Südens, funkeln Milliarden von Sternen. Millionen Menschen gibt es auf dieser Erde, die sich so unendlich wichtig tut, diese kleine Erde, doch nur ein mäßiger Planet, ein Nichts im Weltall. Aber die Menschen, die sie bewohnen, dünken sich noch weit wichtiger, blähen sich auf in rosaroten Hoffnungen, Wünschen und verdächtig selbstlosem Gehabe. Coy blähte sich niemals auf, und mein Hund war die Bescheidenheit selbst. Die bitteren Gedanken fliegen mir zu wie die wilden, müden Seevögel, die sich auf den Bimssteinklippen meiner schwimmenden, künstlichen Insel zur Ruhe niederlassen und empört wieder davonflattern, wenn ich mein Eiland tauchen lasse, sobald etwa ein Dampfer in Sicht kommt. Die