Das Kreuz in der Steppe
Alles, was das Leben mir schenkte, waren nur Seifenblasen. Es schenkte mir Liebe, Glück, Freiheit. Von den dreien blieb mir nur die Freiheit. Es schenkte mir Coy Cala, den Treuesten der Treuen: er starb – für mich. Und jetzt hat dieses grausame Leben mir auch den einzigen Begleiter auf dieser Fahrt ins Ungewisse geraubt, meinen Hund … Nur ein Hund. Ja – ein Hund. – Vom Hunde, den du Köter nennst, lern eines, lern die Treue. Eine heimtückische Woge trug meinen vierbeinigen Freund davon, ich hörte im Donnern und Toben der Wellen noch sein letztes schnell ersterbendes Heulen. Und nun bin ich ganz allein. Ganz allein auf einer einsamen Insel, die es nur einmal auf diesem Erdenrund gibt. Mein Pfad abseits des Alltagsweges hatte mich vor langen Wochen zur Südspitze Amerikas, nach Patagonien geführt. Und hier hatte ich unter den primitiven Indianern wirklich treue, aufrichtige Menschen gefunden. Und der beste unter ihnen war Coy Cala, von dem ich an anderer Stelle sprach. Aber auch ihn habe ich verloren. Und dann war ich mit seinen Kameraden ausgefahren, um ein gestrandetes Schiff zu besuchen und war dabei auf diese eigenartige Tauchinsel gelangt. Es war das geniale Werk eines tüchtigen Ingenieurs, geschaffen, um verfolgte Menschen aufzunehmen. Ein Bau aus Stahl und Bimsstein, ein Werk höchster technischer Vollkommenheit. Den Bewohnern winkte die Freiheit. Sie verließen dieses