Das Kohlenbergwerk von Bysor
Endlich – endlich zuckte durch die dicken, milchigen Nebelschwaden, die das Flußtal von Rand zu Rand ausfüllten, der erste rosige Strahl der aufgehenden Sonne. Lichter und lichter wurde jene ungewisse Dämmerung, die den Übergang der Nacht- zur Tageszeit bildet. Immer deutlicher krochen auch die entfernteren, bisher nur wie gespenstische Flecken sichtbaren Gegenstände, Büsche, Bäume, Heuhaufen und halb zerstörte Holzzäune – aus den grauen Nebelschleiern für die völlig erschöpften deutschen Infanteristen heraus, die in dem erst halb fertigen Schützengraben nach dem letzten so überaus verlustreichen Vorstoß am Abend vorher mit zusammengebissenen Zähnen und angespannten Sinnen von Minute zu Minute darauf gewartet hatten, daß der Gegner den Versuch machen würde, das verlorene Terrain, besonders aber das kaum sechs Meter breite Flüßchen, zurückzuerobern. Von der 10. Kompagnie des aus Kriegsfreiwilligen neu gebildeten Reserveregiments, das hier an dieser Stelle nach dreitägigen Gewaltmärschen zum Angriff angesetzt und dann mit glänzender Bravour vorgegangen war, hatte der Leutnant der Landwehr Herford kaum die Hälfte durch den zum Glück kaum einen Meter tiefen Fluß hindurchbekommen. Alles übrige – fast einhundertundfünfzig Kameraden bedeckten das Terrain vor dem Fluß mit ihren jungen Leibern. Aber die Hauptsache: Man war hinüber! – Und sofort hatte der noch junge Offizier, da der