Chapter

Das königliche Spiel

»Also. Belieben Sie. Nämlich.« Er hob das Haupt und wies mit einer herrischen Gebärde nach dem Brett, wo sich eben eine klare Mattstellung ergeben hatte. Dabei richtete er sich auf der bis dahin lässig und vorgeneigt gesessen, und glättete mit der Linken sein Haar, das in widerspenstiger und weißer Fülle um das eckige Gesicht hing. Bart und Augen waren noch schwarz und jung. In den Blicken lag eben eine solche Überlegenheit, ein so heftiges Siegergefühl, daß es merkwürdig war. Denn er hatte just keinen Meister des königlichen Spieles vor sich gehabt. Ich zahlte. Er strich ohne Wort den gewonnenen Betrag ein, reichte dem Kellner ein ansehnliches Trinkgeld, kleidete sich sehr sorgfältig vor dem Spiegel an, und wir gingen. Es war gerade die Stunde, in der die Kaffeehäuser zu veröden beginnen. Die Soliden sind schon heim, und die Nachtschwärmer rücken erst später ein. Nur noch eine Schachpartie war im Gange. Um den runden Tisch im Säulensaal, der sich so schön in spitzen Bögen emporhebt, saßen noch Zeitungsleser. Er griff nach einem illustrierten Blatt und überflog kopfschüttelnd die Schachspalte. Ich wartete. Es war sehr still. Nur ein unbewachter Kellner versuchte allerhand Kunststöße auf dem Billard, und die Bälle klappten hart und bestimmt aneinander. Sonst war's müde, graue und schläfrige Zeit. Wir schritten gemeinsam durch stille und winkelige Gassen der inneren Stadt einem

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