Chapter

Erstes Kapitel

Graf Authenried trat, zur Abfahrt gerüstet, ins Speisezimmer, wo sich die übrigen Hausgenossen gerade vom Frühstück erhoben. Er selbst hatte in großer Hast ein paar Tassen Thee hinunter gestürzt, einen Zwieback zerbröckelt und Hals über Kopf Toilette gemacht, um noch rechtzeitig den Personenzug in Hoyersbrück zu erreichen. Der Landauer mit den zwei Edelrappen stand seit zehn Minuten schon vor der Einfahrt. »Amüsiert euch gut!« sagte der Graf und stülpte den braunen Filz mit den Spielhahnfedern über das volle, etwas ungebändigte Haar. »Gegen halb neun bin ich, so Gott will, zurück! Somsdorff, ich bitte mir aus, daß Sie nicht gar zu viel musizieren und Litteratur schwatzen, wenigstens nicht vor den Bücherregalen! Führen Sie meine Frau hübsch hinaus in den Park; meinetwegen nach Gehlberg oder den Fluß entlang! Von dem ewigen Sitzen wird sie noch melancholisch. Hörst du, Adele? – Adieu! Adieu, lieber Somsdorff! Adieu, Kleine! Adieu, Miß Harriet!« Das alles ward eilig und wie im Bann einer gewissen Zerstreutheit hervorgestoßen. Die letzten Worte galten der fünfjährigen Tochter des Hauses und ihrer englischen Gouvernante, die sich jetzt ehrerbietig verneigte, nachdem die Thüre längst schon hinter dem Grafen ins Schloß gefallen. Das Kind hatte nur flüchtig genickt und »Gute Reise!« gemurmelt; es mochte wissen, daß sein Papa kein Freund von Umarmungen und ähnlichen Sentimentalitäten

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