Das Känguruh der Miß Dolling - 1. Kapitel: Für 50 000 Pfund Juwelen
Es war Ende Januar 1923. Wir, Harald Harst und ich, kamen aus dem westlichsten Winkel von Neu-Süd-Wales, Australien. Was wir in der australischen Wildnis erlebt hatten, weiß der Leser: Suche nach zwei Säcken Gold und zwei Verschollenen, — Sandsturm, Insel im Bullobaki-See — und so weiter. Nach vierzehn Tagen Unkultur nun wieder im Eisenbahnzuge nach Sydney, erster Klasse, — Speisewagen, schneeweiß gekleidete Kellner, eisgekühlte Getränke, eine Speisekarte, auf der die Delikatessen aller Weltteile prangten. Und im Speisewagen, hinter dem Städtchen Pottamoorca, begann das neue Abenteuer, als der Zug durch die Beec-Wüste raste. Es hatte sich ein älterer Herr an unseren Tisch gesetzt. Man sah ihm den Großzüchter sofort an. Wir kamen ins Gespräch. So nebenbei nannte er seinen Namen: Chester Dolling, Besitzer der Farm New-London. Ein etwas poltriger Mann war’s, dieser Dolling. Und offenbar übelster Laune. Er wollte seinem Herzen Luft machen, platzte mit einem Male heraus: »Denken Sie, — fahre ich da vor zwei Tagen zu meinem Freunde Greeborn, um mir dessen neue Bewässerungsanlagen anzusehen. Und gestern abend schickt mir meine Tochter eine Depesche, daß bei uns eingebrochen und unser ganzer Schmuck geraubt ist.« Er schaute dabei auf seine kostbaren Ringe, deren Steine ein Vermögen wert waren. »Meine Frau liebte Diamanten, und Helen hat dieselbe Leidenschaft. Da habe ich denn so mit