Erster Teil
Mit mächtiger Schleife umzieht der glasgrüne Fluß ein Gelände, das seit alten Zeiten der Riesenkopf heißt. In flachen, langgestreckten, teils mit Gras und Heidekraut, teils mit Ginster und Tannenschonungen bestandenen Wellen verläuft oben das Land wie eine gefurchte Stirne. Unten, am Hals, wo die Flußwindungen sich am meisten einander nähern, führt ein sandiger Pfad durch die Heide, auf dem im Sonnenschein die Schmetterlinge spielen und bei Regen die schleimigen Schnecken ihre Spuren lassen. Abseits von Wegen und Pfaden ragt ein großer grauer Stein in der Einsamkeit. Wenn die Sonne des hohen Sommers darauf liegt, flirrt und flimmert es oft aus ihm, als breche Stolz und Freude aus allen seinen Poren. Und sollte sich ein Mithrasstein nicht freuen, wenn seine hohe Herrin, seine strahlende Gottheit in mächtigem Bogen über ihn hinzieht? Heilige Feste aus seiner uralten Vergangenheit fallen ihm dann ein, Feste, bei denen er der Mittelpunkt war, wie er jetzt ein Vergessener ist. Wer aber gedenkt nicht gerne in den Zeiten der Kümmerlichkeit ferner Tage des Ruhms und der Ehre! Auf dem grünen Grund, den der Fluß durchströmt, wenn er die Schleife um den Riesenkopf 8 hinter sich hat, steht ein Dorf. Dunkelbewaldete Hänge schauen darauf herein, und die grünen Flußwellen eilen nicht allzufern daran vorüber. Neu und gleichförmig an breiten Gassen aufgereiht stehen die Häuser, und fremd,