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1. Kapitel. Das Vorspiel

1. Kapitel. Das Vorspiel. Amsterdams Judenviertel … Der holländische Maler van Gogh hat dieses malerischste aller Ghettos in einer Reihe von Bildern in packender Naturtreue dargestellt, und der Schriftsteller Gustav Meyrink wieder hat in seinem okkultistischen Roman »Das grüne Gesicht« die poetischste und doch realistischste Schilderung dieses Gewirrs von Gassen, Gäßchen, freien Plätzen mit uralten Kirchlein und zahllosen Grachten (Kanälen) gegeben. Schon zweimal habe ich selbst Gelegenheit gehabt, meine Leser in das gemütliche und doch vom heißen Pulsschlag des Erwerbstaumels durchlebte Amsterdam zu führen. Heute zum drittenmal … — Da liegt in dem scharfen Winkel einer Gracht ein uralter morscher Frachtkahn, den ein Pfiffikus von Kaftanträger gekauft und sich wohnlich hergerichtet hat. Auf dem Deck hinten wachsen in Kübeln und Kästen Blumen und wilder Wein und bilden eine Laube, die den weißhaarigen, krumm von der Last der Jahre zusammengeduckten Greis vor den Blicken aus den Fenstern der engbrüstigen Häuser gegenüber leidlich schützt. Über dem Kahn, der ganz dicht am gemauerten Ufer vertäut ist und sich scheu und ängstlich in diesen Winkel aus Scham vor der eigenen Erbärmlichkeit verkrochen zu haben scheint, erhebt sich die rückwärtige Mauer einer Käsefabrik — eine grau-rötliche Wand, auf der man in Riesenbuchstaben lesen kann, daß Pommerpanns Holländer Käse der allerbeste

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