1. Kapitel. Die Wolfsgrube
Wenn der Sturm von Südost über den Pazifik fegt und Neptuns weißbemähnte Rosse brüllend gegen den Strand anrennen, als wollten sie unsere feste Steinhütte stürmen und vernichten, verschwindet mein Gefährte Gowin regelmäßig aus dem wohnlichen Gemach und sitzt stundenlang auf der Spitze des Vorgebirges und starrt den anrollenden Wogen entgegen. Ich kann mich dann niemals des Gedankens erwehren, daß der Mischling Gowin, von dem ich nichts weiß und nie etwas wissen werde, von dem raubgierigen Meere irgend etwas erhofft, das als stiller Wunsch in seiner verschlossenen Seele schlummert und erst durch das Brüllen der Brandung geweckt wird. Gowin ist stumm. Er hat nur eine halbe Zunge. Gowin kann weder lesen noch schreiben, und selbst Chi Api wußte über ihn nichts zu sagen, als daß er ein tüchtiger Seemann und vorzüglicher Reiter und Schütze sei. – Gowins Lallen, als er an diesem Morgen nach dem Höllenlärm einer Sturmnacht mir die frischen Fährten des Fremden ins Gedächtnis zurückrief, ist wie das Heulen der Wölfe und das Kläffen der Füchse, wie das Schreien eines kranken Kindes und wie der dumpfe Laut des brünstigen Pumas. Mir geht dieses Lallen durch Mark und Bein, und ich beeile mich, das Frühstück zu beenden und … vielleicht den Mann abzufassen, der uns seit Wochen durch seine Spuren in Aufregung hält. Es sind Spuren derber Stiefel mit Hufeisen unter den Absätzen. Ich habe dreimal