Chapter

Erstes Kapitel. Das verlötete Döschen.

Sie hieß mit Vornamen ganz schlicht Hermine, Aber sie fand dieses „Hermine“ von Jugend an entsetzlich. Wenn man vorn das „Her“ wegstrich — und das taten ihre Eltern stets —, dann ergab's ein „Mine“. Und dieses „Mine“ war für sie wie eine Ohrfeige. Sie nannte sich also vom sechzehnten Jahre an, nachdem sie von Hause ausgekniffen war, Herma — Herma Soranto. Das klang doch nach was; das erinnerte an Italien, an dunkelhaarige, feurige Weiber. Und Herma war ja beides: dunkelhaarig und feurig! Eigentlich hieß Herma von „Vatern“ her Plantschke. Und eigentlich hätte sie stets nach Leder duften müssen. Denn Anton Plantschke, ihr Erzeuger, war Sattlermeister, und bei Plantschkes, Berlin N, Müllerstraße Nr.388, 3. Hof, rechter Eingang, 2 Treppen, roch es stets so scharf nach Leder, selbst schon vor der Flurtür. Plantschkes Hatten drei Kinder gehabt. Der Aelteste, Willi, war mit fünfzehn Jahren mit der Portokasse und einem Wertbrief über 5000 Mark im Jahre des Unheils 1915 durchgebrannt und seitdem verschollen. Sein Chef hatte die Polizei hinter ihm dreingehetzt. Aber Willi war schlauer als alle „Kriminäler“ zusammengenommen. 1914 schrieb er seinem Chef aus Mexiko einen höflichen Brief und schickte die 5000 Mark nebst Zinsen, sowie 82 Mark Portokasse, ebenfalls mit Zinsen, zurück. Auch Anton Plantschke erhielt zur selben Zeit eine Postanweisung über 1000 Mark von seinem verschollenen

Connection lost

Reconnecting to the server…

Reconnect failed. Trying again in seconds.

We couldn't reconnect to the server. Retry, or reload the page.

The session was paused by the server.

The session couldn't be resumed. Please reload the page.