Chapter

Erster Theil.

Die Wahrheit bleibt das Höchste. Keine Dichtung erschwingt Größeres, als uns der tiefsinnige Ernst der Geschichte offenbart. Das fühlte man von je, und ließ zu aller Zeit die Phantasie bestimmt oder unbestimmt in diesen einzigen wahrhaften Lebensquell zurücktauchen.' Wäre es dem Menschen gegeben, das Daseyn mit dem Blitz des Erkennens in allen Theilen, Mischungen und Verzweigungen, begleitend zu durchdringen; so hätten wir weder Vergangenheit noch Zukunft, sondern einzig Allgegenwart. Die haben wir nicht, wie sehr auch unser ganzes Wesen danach ringt. Das Leben bleibt uns verborgen. Nur Resultate des Geschehenen und Werdenden rechen sich einzeln, oft unverständlich aneinander: Der Tod zerriß die vermittelnden Faden der Erscheinungen. Trübe genug sehen uns zu Zeiten die Hieroglyphen an. Verzweifelnd rufen wir alsdann die Phantasie zu Hülfe, die mit ihrem beweglichen Othem die Lebensseele anhaucht, und in dem magischen Duft der Ahndung Gewesenes zurückspiegelt. So entstehen uns Gestalt, Farbe, Entwickelung, Zusammenhang, ja die Reproduktion eines geschichtlichen Lebens aus der Historie der Welt. Durch diese zurückrufende Magie der Einbildungskraft ist gegenwärtiges kleines Werk erwachsen, das in allen äußern Umrissen streng historisch seine organische Verknüpfung gleichwohl einzig offenbarenden Träumen verdankt. Lange, ehe das Werk der Frau von Laroche Jaquelin erschien, und mir

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