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Erstes Kapitel - In welchem sich Fräulein Benedikte von Tübingen nicht vorteilhaft einführt und auch ein Längeres über das Heiratsjahr der gräflichen Familie von Teupen gesprochen wird.

In welchem sich Fräulein Benedikte von Tübingen nicht vorteilhaft einführt und auch ein Längeres über das Heiratsjahr der gräflichen Familie von Teupen gesprochen wird. Im sogenannten Gartensalon des Herrenhauses stand der alte Riedecke und ordnete den Frühstückstisch. Das dauerte gewöhnlich ziemlich lange, denn zu dieser frühen Stunde pflegte der alte Riedecke sich nicht sonderlich zu beeilen. Er war im letztverflossenen Monat sechzig Jahr geworden, aber er sah noch immer recht stattlich aus, auch heute, wo er statt des langen Livreerocks eine weiße Leinenjacke mit blauen Streifen trug. Die Halsbinde war wie immer mit größter Sorgfalt gefältet, denn an ihr war nach der Meinung Riedeckes ohne weiteres zu erkennen, ob man es mit einem herrschaftlichen Diener zu thun habe oder einem ganz gewöhnlichen Lakaien. Die modernen Schlipse waren Riedecke ein Greuel; es mußte eine Binde sein, ein schmales weißes Tuch, das man zweimal zusammenlegte und so um den Halskragen schlang, daß es einen lockeren Knoten bildete. Nur das war eines herrschaftlichen Dieners würdig. Riedecke lächelte, während er um den großen, blank geputzten Samowar Tassen und Teller ordnete. Ein leichtes und ganz sanftes Lächeln lag fast immer auf seinem glatt rasierten Gesicht. Es war dies das Lächeln eines vornehmen Diplomaten, der damit seine Seele zu verbergen trachtet. 4 Graf Teupen hatte eine ähnliche Angewöhnung

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