Chapter

Vorwort

Seltsam wehmütig liest sich das kurze Vorwort, das Julius Mosen der Novellensammlung vorausschickte, der die nachfolgende Erzählung entnommen ist. » Bilder im Moose« ist ihr Gesamttitel, und der Verfasser gibt ihnen den Wunsch mit auf den Weg, daß sie nicht nur zu seiner Zeit Leser, sondern auch später einmal, wenn sie längst unter dem literarischen Gerölle lägen, einen erzsuchenden Bergmann finden möchten, der sie aufschlage und die Abdrücke der seltenen »Moose der Zeit« entdecke, der sie angehörten. Allzufrüh, dünkt mich, habe unsere ruhelos vorwärts drängende Zeit jenes köstliche Buch in das literarische »Gerölle« versinken lassen. Aber ein Trost ist es immerhin, daß sich in dem verdienstvollen Unternehmen der »Wiesbadener Volksbücher« so bald der erzsuchende Bergmann gefunden hat, der einige Goldkörner desselben auszuheben bereit ist. Wer sich in die Lektüre der Novellen vertieft, die unter dem Titel »Bilder im Moose«, ein wenig nach Art der Erzählungen des Dekameron, aneinander gereiht sind, dem wird bald der hohe Genuß beschieden, überall durch den Schleier der Dichtung die vaterländischen, menschheitlichen und künstlerischen Ideale des Dichters selber zu erkennen. Und für den Deutschen des zwanzigsten Jahrhunderts ist es von nicht geringem psychologischen und geschichtlichem Interesse zu sehen, daß bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts hinein auch ein so kühner und

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