Chapter

1. Kapitel. Der graue Hut.

Karl Linker war schon oft genug in Ixstadt gewesen, wenn auch nur immer für einige Tage. Aber daß die alte Hafenstadt so viele wirklich poetische Winkel besaß, hatte er noch nicht gewußt. Dies wurde ihm jetzt erst an diesem prächtigen, von Frühlingsahnen erfüllten Apriltage klar, als er nach einem möblierten Zimmer suchte. Die neueren Stadtteile mied er hierbei. Einmal waren ihm dort die Wohngelegenheiten zu teuer – er mußte ja nur zu sehr sparen! – dann aber entsprach es weit mehr seiner ein wenig romantisch angehauchten Natur, möglichst in einem alten Hause mit gewundenen, dunklen Treppen, kleinen Fenstern und dem ganzen nicht näher zu beschreibenden Hauche einer wechselvollen, langen Vergangenheit ein Unterkommen zu finden. Die Kirche mit dem verwitterten, massigen Turm, vor der er jetzt stand, hatte seine Aufmerksamkeit einige Zeit in Anspruch genommen. Dann hörte er irgendwo in der Nähe ein dumpfes Rollen, Rumpeln und Brausen, ein seltsames Gemisch ineinanderfließender Töne, über deren Bedeutung er sich nicht klarzuwerden vermochte. Vor der Kirche erweiterte sich die Straße zu einem weiten Platz, – die reine Raumverschwendung inmitten dieses ältesten Stadtteiles mit seinen engen, winkligen Gassen, schmalen, düsteren Kanälen und kleinen Häuschen, zwischen denen nur hie und da ein anderes Gebäude sich erhob, das dann stets gar nicht hineinpaßte mit seiner breiten, protzigen

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