Der Mann von drüben
Der Mann von drüben. Es war Mitas Stimme, die mich mitten in der Nacht weckte … Schwach und zart kam diese Stimme aus der Nebenkabine, mischte sich zunächst noch in meine wirren Träume, die wahrscheinlich der allzu fetten abendlichen Seehundslende zuzuschreiben waren. „Olaf … Olaf …“ Dann war ich völlig wach, richtete mich auf und sah durch den dünnen Türvorhang drüben bei der Kranken den ruhigen Lichtschein der kleinen Karbidlampe. „Wieder Schmerzen, Mita?“ meldete ich mich sorgenvoll und schlüpfte eiligst in die dicken Pelzhosen und die Seehundsstiefel. Dann sah ich Taito, den Hund, der mit gesträubtem Haar an der Gangtür stand … „Hörst du denn nichts, Olaf?“ rief meine arme Kameradin, deren zerschundenen Leib ich erst gestern aus der Eiskluft mühsam geborgen hatte, mit leichtem Vorwurf. „Hörst du denn wirklich nichts … Es kläffen doch Hunde draußen auf dem Eise …!“ Taitos Knurren ließ mich aufhorchen. Jetzt vernahm auch ich das Blaffen einer ganzen Meute, war im Nu an der Gangtür, streifte noch Pelzrock und Mütze über und ergriff die Büchse, obwohl hier in dieser schillernden Einsamkeit der antarktischen Küste diese Vorsicht gänzlich überflüssig war. „Ich werde Ausschau halten, Mita …“ und dann schloß ich die dicke, gepolsterte Tür und folgte dem bereits vorausstürmenden Taito, diesem Unding von Köter, der dennoch treuer und zuverlässiger an mir hing als so mancher Mensch,