Was Darunter War
Bis Juni hatte Karim eine andere Form.
Er war zwei Nachmittage die Woche in der Bücherei. Er hatte wieder angefangen zu schwimmen, zu seinen eigenen Bedingungen — drei Morgen, in einem kleinen öffentlichen Bad, ohne Trainer, ohne Uhr, ohne Wettkampf. Er hatte mit dem Laufen begonnen, das er immer heimlich gemocht hatte, für das er aber nie Zeit gehabt hatte. Er hatte aus dem Instrumentenschrank seiner Schule ein Saxophon mitgenommen, nachdem die Musiklehrerin behutsam gefragt hatte, ob jemand als Teil des Aktivwochenprogramms ein Instrument lernen wolle. Er war schlecht im Saxophon. Er mochte es, schlecht darin zu sein. Es war, fand er, ein interessantes Gefühl — Anfänger in etwas zu sein —, das er acht Jahre lang nicht gehabt hatte.
Er hatte auch den Kontakt zu den meisten Schwimmkameraden verloren. Lior war schließlich nach vier Monaten vorbeigekommen und hatte sich für sein Schreien entschuldigt. Sie hatten in Liors Küche ein langes, unbeholfenes, echtes Gespräch geführt. Sie waren nicht mehr so eng wie zuvor. Sie waren freundlich. Lior war auf dem Weg in den Kader. Karim war es ganz bewusst nicht. Sie hatten unterschiedliche Wege eingeschlagen. Die Freundschaft hatte das Auseinandergehen nicht intakt überlebt, aber sie hatte in einer kleineren, sanfteren Form überlebt.
Seine Großmutter, die zwei Straßen weiter wohnte und immer die Klartextrednerin der Familie gewesen
