Chapter

Der Morgen An Dem Er Nicht Ging

Acht Jahre lang war Karim der Junge in seiner Schule gewesen, der um halb sechs aufstand. Er war Schwimmer. Er war Schwimmer, seit er sieben war. Er war seit elf ein *fast guter* Schwimmer und seit dreizehn ein *wirklich guter* Schwimmer. Er hatte mit vierzehn eine Regionalmedaille gewonnen. Er war, sagte sein Trainer, mit sechzehn auf Kurs für den Nationalkader. Sein Tagesablauf war: Becken um sechs, Schule um acht, Becken wieder um fünf, Abendessen, Hausaufgaben, Schlafen. Samstage waren Wettkämpfe. Sonntage waren ein langes Schwimmen und ein kurzer Lauf. Es gab keine andere Wochenform. Am ersten Montag nach Neujahr klingelte Karims Wecker um halb sechs. Er stellte ihn aus. Er lag im Dunkeln in seinem Bett und sah an die Decke. Er stand nicht auf. Er dachte sehr klar: *Ich gehe nicht.* Er wusste nicht, woher der Gedanke gekommen war. Er war im Herbst technisch gut geschwommen. Seine Zeiten waren gut gewesen. Die Regionalwettkämpfe vor Weihnachten waren in Ordnung gewesen. Der Trainer war zufrieden gewesen. Es gab keinen offensichtlichen Wendepunkt. Es gab nur eine lange, langsame, achtjährige Anhäufung von Morgen, an denen seine Haare in der Schule nass gewesen waren. Von Mahlzeiten, an denen er zu müde gewesen war zu reden. Von Wochenenden, an denen er nie, niemals, samstags zu einem Freund gegangen war, weil Samstag Wettkampftag war. Karim war fünfzehn. Er hatte in

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