Chapter

Erstes Kapitel

Ja, das war noch ein Heimwesen, das sich sehen lassen durfte, der Hof auf Rain. Die Leute sagten von ihm, wenn man auf der Anhöhe ob dem Haus, auf dem Raingütsch stehe, der das Gut mit einem mächtigen Nußbaum krönte, sei es einem, dieser Hof gehe über die ganze Welt. Das tat er nun keineswegs, immerhin hatte das außergewöhnlich stattliche Bauernhaus, das sich aus einer prächtigen Wirrnis von Obstbäumen starkschultrig heraushob, Weite genug um sich. Ungehindert konnten seine Fenster über die dienstbare Umgebung der Scheune, Schöpfe und Hütten hinweg nach dem nicht allzufernen Hochgebirge sehen und hinab auf einen kleinen See, der gen Abend, unterhalb des umwaldeten Raingütsches, in einer grünen Mulde des verebbenden Hügellandes lag. Manch ansehnliches, ja fast ebenso umfängliches Bauernhaus gab's in der gottgesegneten, fruchtbaren Landschaft. Das Haus auf Rain war dennoch in seiner Art einzig. Nicht nur reckte es sich außergewöhnlich hoch auf, als wollte es sagen: Oh, endlich überhöhe ich doch alle! Es hatte auf dem hochgiebeligen Dache ein fast offenes Türmchen, in dem eine kleine Glocke hing. Dieses hölzerne Türmchen, auf dem über und über verschindelten, so umfänglichen Gebäude, gab dem Hof auf Rain sein besonderes, sein eigenes Gesicht. Nirgends sonst, landauf, landab ließ sich ein Bauernhaus mit einem Glockentürmchen finden. Man hatte sich einst ringsum im Lande gewundert,

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