Chapter

Das Vorspiel

Das Vorspiel. Der Dschungel dampfte. Dick und schwer lagen die Morgennebel über der feuchten Wildnis. Nur hie und da ragten einige höhere Baumgruppen aus dem grauen Brodem heraus wie dunkle Inseln. Über den fernen, kahlen Höhenzug mit seinen phantastischen Umrissen, die sich scharf gegen den mehr und mehr sich lichtenden Himmel als Hintergrund abhoben, schossen die ersten Strahlen der nahenden Sonne hinweg. In dem halb verfallenen Tempel auf dem einsamen Hügel inmitten des Dschungels wurden harte Schritte laut. Durch den breiten Eingang trat ein Mann ins Freie, – auf den Vorplatz, von dem strahlenförmig vier längst von Gras und wilden Blumen überwucherte Steintreppen den Hügel hinabliefen und sich in den rankendurchwebten Büschen der Wildnis verloren, die von Jahr zu Jahr ihre frischen Schößlinge näher an das alte, indische Heiligtum herantrieb in einem von niemand gehinderten Angriff. Der Mann war ein Europäer. Hochgewachsen, schlank und doch sehnig, stach das unter dem Tropenhelm sichtbare blonde Haar gegen das glattrasierte, tiefgebräunte Antlitz mit den scharfen, wie aus dunklem Metall gemeißelten Zügen seltsam ab. Der graue, derbe Leinenanzug, die hohen Schnürstiefel und die grünen Wickelgamaschen zeigten die Spuren frischer Dornen und rauher Felsen, waren vielfach geflickt und bedurften der Erneuerung. Der Mann setzte sich auf den Rest der Steinbrüstung der bogenförmig

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